Jungvogel gefunden - was tun?

junge Singdrossel
junge Singdrossel

Viele Jungvögel wagen sich im Frühjahr aus den schützenden, aber mittlerweile eng gewordenen Nestern und Nistkästen. Zeitgleich häufen sich beim NABU die Meldungen über scheinbar hilflose Tiere, die jedoch oftmals gar nicht verlassen sind. Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Die Vogelbrut verteilt sich dann an verschiedene Stellen des Gartens oder Wäldchens. So entdecken natürliche Feinde höchstens einzelne Tiere, und nicht die gesamte Brut auf einmal. Die noch nicht ganz flugfähigen Jungvögel stehen durch Bettelrufe noch mit ihren Eltern in Verbindung, werden weiterhin versorgt und arbeiten daran, ihre Flugkünste zu perfektionierten. Auch wenn die Jungvögel scheinbar leidvoll rufen, ist das kein Grund zur Besorgnis. Die Tiere sollten zunächst an Ort und Stelle gelassen werden und, um den Eltern die Kontaktaufnahme zu ermöglichen, mit gebührendem Abstand ca. zwei Stunden lang beobachtet werden. Nur, wenn in dieser Zeit kein Elternvogel entdeckt wird oder die Jungtiere offensichtlich verletzt oder nahezu unbefiedert sind, sollte eingegriffen werden. Denn die Chance, dass ein Jungvogel in Freiheit überlebt, ist weit größer als bei einem Aufzuchtversuch. Bei akuter Gefahr durch Katzen oder wenn Jungvögel am Rand einer vielbefahrenen Straße sitzen, sollten die Tiere in den nächsten Busch gesetzt werden. Die Eltern hören die Rufe der Jungen und nehmen diese selbst nach einer Berührung durch den Menschen wieder an, denn der Geruchssinn ist bei Vögeln kaum ausgeprägt. Säugetiere hingegen sollten nicht berührt werden, damit die Elterntiere sie noch als ihre Jungen erkennen. 


Natur- und Artenschutz im Garten

Tipps für die Gartensaison

Naturgarten

Mit Beginn der Gartensaison zieht es viele Hobbygärtner in die Bau- und Gartenmärkte unserer Region. Blumenerde, Samentütchen, Pflanzen und Unkrautvernichter landen in den Einkaufswagen. Die Gartengestaltung und -pflege kann mit einfachen Mitteln natur- und umweltschonend funktionieren!

Auf jeden Fall sollte nur torffreie Blumenerde verwendet werden. Diese besteht aus einer Mischung von hochwertigem Kompost, Rindenhumus, Holz- und gegebenenfalls Kokosfasern sowie natürlichen Zusätzen wie Lavagranulat für die optimale Pflanzenversorgung. In vielen handelsüblichen Blumenerden befinden sich große Mengen an Torf. Dabei ist Torfabbau einer der Gründe dafür, dass in Deutschland 95 % aller Moore zerstört sind. Mittlerweile wird der Torf häufig aus den baltischen Staaten importiert, wo der Verlust wertvoller Lebensräume vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten rasant voran schreitet. Beim Torfabbau werden außerdem riesige Mengen Treibhausgase freigesetzt, die den Klimawandel beschleunigen. Aufpassen sollten Verbraucher bei der Aufschrift „Bioerde“, auch hier kann u. U. noch ein sehr großer Anteil Torf enthalten sein.

Grüne Oasen, von denen Mensch und Natur gleichermaßen profitieren, lassen sich mit etwas Mut zum Neuen und zum Experimentieren ganz einfach herstellen: Mit heimischen Pflanzen, Strukturen wie Steinmauern, Totholzhaufen, wilden Ecken, Blumenwiesen und einem Komposthaufen schaffen Gartenbesitzer einen Lebensraum für viele heimische Tierarten, z. B. Schmetterlinge, Eidechsen und Vögel. Das Aufhängen von Insektenhotels oder Nistkästen ermöglicht neben dem praktischen Nutzen auch spannende Naturbeobachtungen für Jung und Alt.

Von der Verwendung von Pflanzengiften rät der NABU dringend ab. Das weltweit am meisten eingesetzte Pflanzengift Glyphosat wurde von der Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Es ist in vielen bekannten Unkrautvernichtungsmitteln wie z. B. „Roundup“ enthalten. Obwohl Glyphosat in einigen Produkten als biologisch abbaubar beworben wird, birgt es erhebliche Gefahren für Natur und Umwelt. Trotzdem wird das insbesondere auch für Amphibien gefährliche Gift häufig aus reiner Ordnungsliebe bedenkenlos in Gärten versprüht. Mit der Bekämpfung von Wildpflanzen gehen dann gleichzeitig auch wertvolle Nahrungsquellen und Lebensräume für die Tierwelt verloren. Aus Sicht des NABU ist zum Wohle von Mensch und Natur ein Verbot von Glyphosat im Haus- und Kleingarten überfällig, auch deshalb, weil hier das Risiko von Fehlanwendungen am größten ist. Mit einer Protestaktion hat der NABU bereits erreicht, dass mehrere Baumärkte den Verkauf glyphosathaltiger Produkte stoppten.

 

Weitere Tipps zum Artenschutz finden Sie hier


Schwalbenschutz

Fütterung junger Rauchschwalben

Schwalben gehören zu den ersten Langstreckenziehern, die aus ihren über 4.000 Kilometer entfernten Überwinterungsgebieten südlich der Sahara zurückkehren. Bis zu einem halben Jahr verbringen sie dann bei uns im Brutgebiet. Hier sind sie auf die Gastfreundschaft des Menschen angewiesen, denn sonst können sich die abnehmenden Bestände nicht stabilisieren.

 

Schwalben gelten als Glücksbringer und sind bei Menschen als Vorboten des Sommers generell sehr beliebt. Doch leider nehmen ihre Bestände kontinuierlich ab. Die Intensivierung der Landwirtschaft und der damit einhergehende Rückgang an Fluginsekten, die Hauptnahrung der Schwalben, sowie die Versiegelung der Landschaft machen den Vögeln zu schaffen. Auch finden die Schwalben immer weniger Nistplätze. Mehlschwalben bauen ihre Nester an Häusern, jedoch verhindern moderne Fassadenputze, dass der feuchte Lehm, den die Tiere als Baumaterial verwenden, an der Fassade haften bleibt. Zudem fehlt es in der versiegelten Landschaft an Lehm, den die Vögel als Baumaterial nutzen können. Abhilfe schaffen kann man etwa mit Nisthilfen oder durch das Anlegen von Schlammpfützen.

Unter dem Nest kann ein sogenanntes Kotbrett angebracht werden, um eine Fassadenbeschmutzung auf einfache Weise zu verhindern. Letztlich sind die Vögel in besonderem Maße von unserer Toleranz abhängig. Gerade für die Rauchschwalben haben sich die Lebensbedingungen drastisch verschlechtert, da sie ihre Nestern vor allem in Kuh- und Pferdeställen bauen, diese aber zunehmend verschlossen werden. Der NABU Rhein-Westerwald ruft deshalb dazu auf, mit Ankunft der Schwalben Fenster von Ställen, Schuppen und Garagen zu öffnen.

 

Viele weitere Informationen zum Schwalbenschutz finden Sie hier


Artenschutzprojekt Gelbbauchunke

Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen

Pfützen oder wassergefüllte Radspuren – die Gelbbauchunke hat eigentlich recht bescheidene Ansprüche an ihre Laichgewässer. Doch ist sie heute vielerorts verschwunden und eine der am stärksten gefährdeten Amphibienart in Rheinland-Pfalz. Der ursprüngliche Lebensraum dieses kleinen Froschlurchs mit der charakteristisch gelb-schwarz gefleckten Unterseite umfasste in erster Linie die Auenbereiche von Flüssen. Dort entstanden durch Hochwasser immer neue Rohbodenflächen und besonnte Kleinstgewässer, welche Gelbbauchunken für eine erfolgreiche Fortpflanzung benötigen. In diesen nur zeitweise wasserführenden Tümpeln können sich keine Feinde der Unken, wie Libellenlarven, Molche oder Fische, ansiedeln. Da aber für die Unke stets die Gefahr besteht, dass eine „Pfütze“ austrocknet, bevor die Kaulquappen herangewachsen sind, betreibt sie Risikominimierung und laicht mehrmals im Zeitraum April bis Juli ab. Doch selbst diese spezielle Anpassung nutzt der Gelbbauchunke nur begrenzt, wenn es immer weniger solcher Kleinstgewässer gibt. Durch die Begradigung und Befestigung der Fließgewässer kommt die Gelbbauchunke heute meist nur noch in vom Menschen geschaffenen Ersatzlebensräumen vor. Dies sind hauptsächlich Ton-, Sand- und Kiesgruben, Steinbrüche, Truppenübungsplätze sowie Fahrspuren auf Feld- und Waldwegen. Diese Ersatzlebensräume sind jedoch ebenfalls bedroht, da beispielsweise Abbauten rekultiviert oder verfüllt werden, ehemalige Truppenübungsplätze oder stillgelegte Steinbrüche ohne menschliche Aktivitäten zuwachsen oder Fahrspuren auf Feld- und Waldwegen verschwinden. Zudem können geeignete Lebensräume kaum mehr selbstständig (wieder)besiedelt werden, da mittlerweile zu weite Entfernungen und/oder unüberwindbare Barrieren, wie z.B. Straßen, zwischen bestehenden Gelbbauchunken-Vorkommen liegen. 

 

Der NABU hat sich der länderübergreifenden Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen angenommen und will bestehende Populationen stärken und isolierte Populationen miteinander verbinden. Durch die Maßnahmen soll nicht nur die Vielfalt an Lebensräumen, sondern auch die Artenvielfalt in insgesamt 5 Bundesländern mit 130 Projektgebieten erhöht werden. Die Projektregion „Nördliches Rheinland" umfasst 11 Gebiete in Rheinland-Pfalz, im Kreis Neuwied. Die Projektgebiete befinden sich primär in ehemaligen und aktiven Basaltsteinbrüchen. In diesen Gebieten sollen die Schutzmaßnahmen die noch vorhandenen Gelbbauchunken-Vorkommen stärken. Weitere Projektgebiete befinden sich in den Bachtälern in unmittelbarer Nähe der letzten bekannten Gelbbauchunken-Vorkommen der Region. Zu den Maßnahmen im Kreis Neuwied, die seit März 2013 umgesetzt werden, zählt die Pflege und Erneuerung von Kleingewässern, Entfernung von Bewuchs und Gehölzen, Schaffung von Rohbodenflächen und die Neuanlage von Gewässern. Durch die Anlage von Trittsteinbiotopen als Wanderkorridore soll die natürliche Ausbreitung der Art über Bundeslandgrenzen hinaus gefördert werden. Das NABU-Projekt in Rheinland-Pfalz wird von zahlreichen Kooperationspartnern tatkräftig unterstützt. Dazu gehören Naturschutzvereine und die örtlichen NABU-Gruppen, die Untere Naturschutzbehörde Neuwied sowie Rohstoffabbaubetreiber der Region.

Das Projekt 'Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland' wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

 

Weitere Informationen zum Projekt: Projekt Gelbbauchunke

oder bei Sybille Hennemann, E-Mail: Sybille.Hennemann@NABU-RLP.de, Tel: 01577-4933889


Fledermauszenzus

Helferinnen und Helfer für Mitmachaktion gesucht!

In diesem Jahr plant der NABU Rheinland-Pfalz wieder eine besondere Fledermausaktion. Bereits im letzten Jahr haben wir Quartierbesitzer aufgerufen, ihre Fledermäuse zu zählen, mit dem Ziel, einen besseren Einblick in die Bestände unserer Gebäudefledermäuse zu erhalten. Denn vor allem der immer häufiger vermutete Rückgang der Zwergfledermaus ist besorgniserregend. Das Echo der Aktion im letzten Jahr war großartig! In diesem Jahr wollen wir den Fledermauszenzus wiederholen und einige Aktionen ergänzen, um weitere Erkenntnisse zu erlangen. So fordern wir alle Quartierbesitzer auf, uns Kotproben Ihrer Schützlinge zu schicken, damit wir eine genetische Artanalyse durchführen können. Auf diese Weise können wir Quartiere, bei denen die Art bislang nicht eindeutig bestimmt werden konnte, eindeutig zuordnen. Durch wiederholte Zählungen an bekannten Quartieren können wir mögliche Veränderungen in der Population abschätzen. Zudem möchten wir gezielte Nachsuchen nach weiteren Quartieren starten. Dazu brauchen wir Ihre Hilfe! Sie müssen kein Fledermausprofi sein, denn Fledermausquartiere erkennen ist nicht schwer, man muss nur wissen, wie man sucht. Hierfür hat der NABU Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren Methoden erprobt, die auch für unerfahrene Fledermausfreunde anwendbar sind. Mit diesen Methoden konnten wir bereits viele bislang unbekannte Fledermausquartiere finden! Wenn Sie bei der Quartiersuche und Bestandserfassung behilflich sein wollen und/oder im Zeitraum Ende Mai bis Ende Juni Umfragen in Ihrem Heimatort oder dem Nachbarort durchführen können, freuen wir uns über Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.


Lebensraum Kirchturm

Gemeinsam für Turmfalke, Dohle und Co.

Bereits im Jahr 2007 startete der NABU gemeinsam mit dem Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen das Artenschutz-Projekt „Lebensraum Kirchturm“, im Zuge dessen Gebäude bewohnenden seltenen Tierarten ein sicheres neues Zuhause gewährt wird. Dieses Projekt hat sich seither als äußerst erfolgreich erwiesen; so konnten seit Projektbeginn rund 1000 Kirchen in Deutschland mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet werden.

Wie wichtig das Engagement der Kirchgemeinden ist, zeigt das Beispiel des Turmfalken. Den Kulturfolger zieht es verstärkt in die Nähe des Menschen. In alten Gebäuden, Kirchtürmen oder hohen Bäumen findet er passende Unterkünfte. Doch seine angestammten Brutplätze gehen immer häufiger verloren, vor allem durch die Sanierung von Kirchen oder den Abriss alter Industrieanlagen. Hier können Nistkästen in Kirchtürmen Abhilfe schaffen. Lassen sich die Tiere einmal an einer Kirche nieder, brüten sie jedes Jahr wieder in ihrem neuen Domizil.

Machen auch Sie und Ihre Kirchengemeinde mit und bewerben auch Sie sich für die Plakette, indem Sie Turmfalken, Schleiereulen, Dohlen und seltenen Fledermausarten in Ihrem Kirchturm ein sicheres Asyl gewähren! Bei Interesse erhalten Sie kostenlos detaillierte Hilfestellungen von uns. Weitere Informationen finden Sie hier


Willkommen Wolf

Helfen Sie mit, dass Wölfe in Deutschland wieder eine Heimat finden

Der NABU will frei lebenden Wölfen in Deutschland wieder einen dauerhaften Lebensraum schaffen. Zu diesem Zweck hat der NABU ein Aufklärungs-Projekt für mehr Akzeptanz und zum Schutz der Wildtiere gestartet. Die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zeigen, dass Wölfe sich sehr gut an unterschiedliche Lebensräume anpassen können.

 

Mehr zum Projekt


Vogel des Jahres

Die Jahresvögel im Überblick

Informationen zum Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, und den Jahresvögeln vergangener Jahre finden Sie hier


Illegale Greifvogelverfolgung

Meldehotline für Verdachtsfälle eingerichtet

Habichtfangkorb mit lebender Ködertaube
Habichtfangkorb mit lebender Kördertaube

Obwohl alle Greifvogelarten in Deutschland unter strengem Schutz stehen, werden immer wieder Fälle illegaler Verfolgung bekannt. Bundesweit wurden in den letzten

zehn Jahren 689 Fälle mit mindestens 1.130 getöteten Greifvögeln dokumentiert. Die Dunkelziffer liegt dabei deutlich höher. Eine der am häufigsten illegal

verfolgten Arten ist der Habicht, Vogel des Jahres 2015. Er steht stellvertretend für mindestens 18 Greifvogel- und 3 Eulenarten. Die Nachstellung streng geschützter Arten durch Giftköder, Abschüsse oder Fallenfang stellt eine Straftat dar, die mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann. Greifvögel unterliegen nicht nur dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes und der EU-Artenschutzverordnung, sondern auch dem Jagdrecht, nach dem alle Greifvogelarten eine ganzjährige Schonzeit genießen. Bei der Greifvogelverfolgung werden häufig Fallen eingesetzt, z. B. sogenannte Habichtfangkörbe (s. Bild). Diese bestehen aus einem auf zwei Metallbügel gespannten Netz, unter dem sich ein Käfig mit einem Lockvogel oder Fleischköder befindet. Landet der Greifvogel auf dem Käfig, schließt sich das Netz über ihm. Anschließend werden die Tiere oft erschlagen oder verstümmelt. Obwohl die Verwendung solcher Fallen unter Strafe steht, sind Besitz und Vermarktung der Fallen erlaubt – ein Zustand, den der NABU seit langem kritisiert. Um der illegalen Greifvogelverfolgung entgegen zu treten, hat der NABU zusammen mit dem Komitee gegen den Vogelmord eine zentrale Meldehotline für Verdachtsfälle unter der Nummer 030-284 984-1555 eingerichtet (werktags von 9 bis 18 Uhr und an Feiertagen sowie Wochenenden von 15 bis 18 Uhr) und unter www.nabu.de eine Petition gestartet. Da es sich bei der Greifvogelverfolgung um eine Straftat handelt, die von Amts wegen verfolgt werden muss, wird bei Verdachtsfällen außerdem empfohlen, einen Streifenwagen anzufordern.